Sonntagmorgen 05.00 Uhr und der Wecker schellt! Das ist nicht fair nach nur 4h Schlaf, aber „wat mut, dat mut“. Olly hatte sich bereit erklärt die Ribs um 6.00 Uhr aufzulegen, insofern war er der Erste der raus ist und die Nachtwache (über den Boston Butt und das Brisket) abgelöst hat.

Auf dem Weg vom Hotel zum Wettkampfplatz konnte man schon die Rauchschwaden über den Bäumen aufsteigen sehen. Es lag eine Dunstglocke über der ganzen Anlage. Je näher man kam desto mehr stieg einem der Duft von geräuchertem Nacken und Brisket in die Nase. Einfach herrlich und eine Entschädigung fürs frühe Aufstehen. Entlang der einzelnen Wettkampfkaros saßen und lagen die Nachtwachen der entsprechenden Teams auf Feldbetten und Campingliegestühlen, teilweise in Schlafsäcke eingepackt, eine sehr skurrile Kulisse, wo einem selbst als hartgesottenen Griller der Satz den man sonst immer von seinen Mitmenschen zu hören bekommt in Kopf schießt: „Wir haben ganz schön einen an der Waffel!“ – Aber was tut man nicht alles… Heute würde ein langer Tag werden und es gehen einem schon auf dem Weg zum Wettkampfzelt tausende Gedanken durch den Kopf.

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Das war unser Tagesprogramm für heute, fangen wir also an, es gibt viel zu tun!

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Diese Nacht sind alle Grill angeblieben und das Boston Butt (Schweineschulter) lag gegen 09.00 Uhr schon auf der Zielgeraden. Die beiden Brisket die wir aufgelegt hatten (eines hatten wir ja schon am Vortag als Testbrisket ausgewählt), lagen auch gut in der Zeit!

Die am Vorabend schon gerubten Ribs wurden dann um 06:10 Uhr auf den Apollo Smoker von Napoleon gelegt und mit etwas Räucherholz von Axtschlag zart geräuchert.

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Die Nachtwache war natürlich längst in den verdienten Feierabend entlassen und hat sich für einige Stunden ins Hotel begeben, um dort vor der finalen „Turn in Phase“ (Abgabe der Gerichte) wieder vor Ort zu sein.

Unser Chicken Mann war auch zeitig auf dem Platz und hat mit den Vorbereitungen ebenfalls begonnen.

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Jetzt war es dann auch an der Zeit die Blind-Boxes für die Jugdes fertig zu machen. Wir hatten uns entschieden Petersilie zu nutzen. Da wir das vorher zu Hause nie geübt hatten, stand für mich nach wenigen Minuten fest, beim nächsten Mal nehme ich mir einen Floristen mit!!! Was einen schei… Arbeit! 😉

Das schöne am Grillen ist, dass selbst in einem in Wettkampf immer jemand da ist von den anderen Teams, der einem hilft, auch wenn man in Konkurrenz steht. So haben wir am Vorabend z.B. in unserem Kühlschrank etwas Platz gemacht, damit ein benachbartes Team ihr Fleisch bei uns einlagern konnte. Genauso wurde uns beim zusammenbauen der Blind Boxes durch Camillo vom Team Don Marco mit etwas Eisbergsalat ausgeholfen und darüber hinaus ein kleiner Crashkurs im Blindboxbau gegeben! Danke noch mal an dieser Stelle für die freundliche Hilfe an Camillo!

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Danach haben wir uns dann selber versucht 😉

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Als die Boxen dann soweit ferig waren, wurde sich auch noch ums restliche Fleisch gekümmert, der Boston Butt musste in die Thermobox zum Warmhalten.

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Die Nachtwache war inzwischen wieder zurück, schien aber noch etwas schlaftrunken zu sein. 😉

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Nachdem beide Brisket und der Boston Butt warm in den Boxen lagen, galt es sich weiter um die Ribs zu kümmern. Leider waren die noch gar nicht so nach unseren Vorstellungen, so dass wir uns kurzer Hand entschieden haben eine Dämpfungsphase in Alu einzulegen.

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Inzwischen füllte sich der Platz mit Zuschauern und das rege Treiben der Teams wurde beäugt.

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Die Chicken waren derweil auch auf den Grill gelangt und unser Chicken Man hat sich liebevoll um sie gekümmert!

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Jetzt ging es ziemlich zügig auf 12.00 Uhr zu, d.h. hieß Turn in Chicken. War die Haut knusprig geworden? Schmeckte das alles so wie es sein sollte? Bei der Abgabe der Box bei der Jury ist es so, wie beim ersten Date. Man(n) *lach* hat eigentlich nur eine Chance und die ersten Sekunden zählen. Die Judges gucken dein Essen in der Box an und es muss ihnen gefallen, dann beißen sie einmal in das Essen und muss es sie umhauen vor Begeisterung. Eine 2. Chance gibt es nicht! 😉

Leider war die Haut von unserem Hühnchen zu weich und am Vortag wurde mehrfach darauf hingewiesen, wenn das der Fall ist, weglassen. Was nicht in der Box ist, wird nicht bewertet, ganz einfache Regel. Wir haben die Haut kurze Hand runter genommen und das Fleisch noch mal lackiert. Dann ging es ab in die Box!

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Fertig, jetzt der Gang zur Jury, das Zeitfenster betrug +-5 Min. Damit sich keiner in den Weg stellt oder man ausversehen angerempelt wird, kommt ein Teammitglied immer als Bodyguard mit und räumt den Weg frei (wenn es sein muss).

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Und weiter ging es. In 30 Min. mussten die Rippen auch bei der Jury sein, also galt es keine Zeit zu verlieren.

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Während einer die Rippen sauber aufschneidet, hat der andere sie mit der BBQ Sauce lackiert.

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Und dann ab in die Box, da ist sie, unsere Rib Box. 6 Stücke (für jedes Jurymitglied eins) mussten mindestens in der Box platz finden.

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Und das gleiche Spiel wie vor einer halben Stunde, pünktliche Abgabe bei der Jury ist gefordert.

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Jetzt war für 13.00 Uhr der Boston Butt an der Reihe. Auch hier die üblichen Fragen, wie sieht die Kruste aus? Ist sie knusprig oder zu weich? Wie schmeckt das Fleisch? Ist der Money Muscle für die Box zu gebrauchen und bekommt man ihn separiert? Den Money Muscle konnten wir nicht separieren, dafür war das Fleisch schon zu weich geworden. Die Kruste war uns am Ende auch nicht knusprig genug, so dass wir uns dazu entschieden haben nur das Fleisch mit etwas Sauce anzurichten.

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Den Gästen an unserem Stand haben die Reste von den Gängen zuvor jedenfalls geschmeckt!

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Fertig, und los geht es wieder in Richtung Jury.

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Alter Schwede, da soll mal einer sagen Grillen wäre nicht anstrengend. Junge du siehst müde aus!

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Hilft aber alles nichts, 13.30 Uhr letztes Turn in für die Königsdisziplin, das Brisket!

Mit großer Spannung wurden die beiden Briskets aus der Thermobox befreit. Waren sie saftig genug und nicht zu weich? Das Brisket muss sich mit zwei Fingern auseinanderziehen lassen ohne gummihaft zu wirken. Es darf aber auf keinen Fall von selbst auseinander fallen. Na ja und wenn es dann noch schmeckt, wäre es top! 😉

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Der Rauchring war super dank GMG Smoker – auch wenn er nicht bewertet wird, das Auge isst mit! Aber beim Schneiden hat man schon gemerkt, Brisket 1 war in jedem Fall nicht saftig genug, ein wenig trocken geworden. Mist…

Ok, 2. Versuch, am zweiten Stück. Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin, was ist das??! Jetzt kommt das, was ich am Samstag schon sagte. Unser Test mit dem Brisket tags zuvor, sollte sich am Sonntag noch rächen. Das 2. Brisket war super saftig und hatte eine gute Konsistenz. Vom Geschmack waren wir ohnehin überzeugt, aber es hatte eine Fettader mitten durch das Fleisch. Das war super ärgerlich und sah echt übel aus. Wir hatten also das Top Stück schon am Samstag verschwendet… 🙁

Jetzt musste eine Entscheidung fallen. Das trockenere aber optisch 1a Brisket oder das mit der Fettader?! Da wurde nicht lange überlegt, wir haben das mit der Fettader genommen, denn keiner kann was dafür, wenn das Tier so gewachsen ist. Die Konsistenz war nämlich echt super!

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Ok, das was jetzt kommt kennen wir schon, aber es war ja auch der letzte Gang für heute. Dann war unser Job erledigt. Auf geht’s zur Jury, zum Abschluss noch mal mit dem gesamten Team!

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So, das war es für uns, jetzt konnte man nichts mehr ändern und wir mussten erstmal runter kommen. Wenn mir vorher einer gesagt hätte wie nervenaufreibend „so ein bischen Grillen“ sein, hätte ich es nicht geglaubt! 😉

Nach einer kleinen Pause und dem verfüttern der Reste an die Besucher, haben wir uns dann ans Aufräumen und Zusammenpacken gemacht. Die Siegerehrung stand für 17.00 Uhr auf dem Programm. Viele Hände schnelles Ende!

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Diese fand dann in Papas Beachhouse statt, welches aus allen Nähten zu platzen drohte.

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Die begehrten Holzbretter als Trophäen.

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Dann wurde es spannend und die einzelnen Kategorien wurden wie gestern auch von Platz 10 rückwärts bekannt gegeben. Da es unser erster Wettbewerb war, konnten wir so gar nicht recht einschätzen, für was es am Ende reichen würde. Erstmal nicht Letzter werden, das war schon mal ein Ziel. Wenn es dann zu einer guten Gesamtplatzierung reichen würde, mit Tendenz nach oben in den einzelnen Kategorien, wäre das sicherlich ein Top-Ergebnis.

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Unsere Freunde von Flaming Pig BBQ haben in der Kategorie Chicken Platz 2 belegt. Ich hatte am Vortag schon gesehen wie Jenny die Chicken bearbeitet hat, das war schon beeindruckend.

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In der Kategorie Brisket sind wir 8. geworden, das hat uns sehr gefreut.

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Hier jetzt noch die restlichen Bilder von der Siegerehrung

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Das waren unsere Platzierungen im Einzelnen:

Chicken Platz 28

Pork Platz 18

Ribs Platz 10

Brisket Platz 8

Fazit für diese unbeschreibliche Wochenende! Glückwunsch an den Grand Champion und die einzelplatzierten Teams!  Einen riesen Dank ans Team. Das war eine großartige Leistung für den ersten KCBS Wettbewerb und hat viel Spaß gemacht. Darauf können wir stolz sein, insbesondere auch auf den Sieg aus dem Steak & Burger Wettbewerb vom Vortag.

Das ganze Wochenende war unbeschreiblich. Wir haben viele neue Kontakte geknüpft, hatten sehr viel Spaß und gutes Essen. Griller Herz was willst du mehr. Ein ebenfalls großer Dank geht an Harry Havinga und sein Team, er hat diese Veranstaltung erst möglich gemacht.

Last but not least, einen herzlichen Dank an unsere Sponsoren, ohne diese wäre eine solche Veranstaltung für uns gar nicht erst möglich gewesen!

Tschüss Tony Stone Low & Slow, bis 2014!

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Fotos by Martin Valk